Geschichten aus meiner Arbeit

Meine Arbeit mit Erwachsenen

Selbstzweifel und Niedergeschlagenheit

Sandra (Ende 40)

Sandra ist eine sympathische und attraktive Frau mit braunen Augen und schulterlangen braunen Haaren. In Problemsituationen kann sie sich meistens sehr gut selber helfen. Ich kenne sie seit vielen Jahren, habe jedoch nur gelegentlich Kontakt zu ihr.


Sandra ist eine liebevoll-fürsorgliche Mutter und Ehefrau, sie ist reflektiert, empathisch und grundsätzlich mit sich im Reinen. Und doch wird sie immer wieder von Selbstzweifeln geplagt und traut sich nicht viel zu. Manchmal sind diese negativen Gefühle so stark, dass ihr Körper belastende Symptome entwickelt. Dann entsteht ein regelrechter Teufelskreis aus negativen Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen.


Als ihr Körper wieder einmal plötzlich auftretende, nicht erklärbare Krankheitssymptome meldet und dann auch noch ihre Tochter Liebeskummer hat, gerät Sandra aus dem Gleichgewicht. Sie erträgt es nicht, die Tochter so traurig zu sehen. Auf einmal scheint sämtliche Energie aus ihrem Körper verschwunden zu sein. Sandra schafft es kaum noch, Treppen zu steigen, und fühlt sich bei der kleinsten körperlichen Anstrengung wie erschlagen.


Zufällig melde ich mich gerade in dieser Zeit wieder einmal bei ihr. Wir vereinbaren, dass ich mit Hilfe des Emotionscodes versuchen werde, sie aus ihrem seelischen Tief herauszuholen.


In einer ersten Sitzung löse ich sieben eingeschlossene Emotionen, am Folgetag weitere fünf. Bei zehn der insgesamt zwölf Gefühle handelt es sich um eigene, sie selbst klein machende Emotionen, die Sandra in früheren Situationen aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen nicht verarbeitet hat.


Nach der zweiten Sitzung wirkt Sandra offener und optimistischer, ihre Stimme klingt heller und energiegeladener. Am nächsten Tag erzählt sie mir, dass sie endlich wieder Energie, Kraft und Lust hat, etwas zu tun: zu lesen, kreativ zu sein, zu schreiben ... Zwar ist sie immer noch recht schnell k. o. und ruht sich zwischendurch aus, aber psychisch geht es ihr deutlich besser. Sie hat sich sogar dabei ertappt, ein Lied vor sich hinzupfeifen! Mit wachsender Aktivität geht es ihr seelisch wieder gut und körperlich um einiges besser.


Ich höre dann länger nichts mehr von ihr, erst auf Nachfrage. Das ist für mich ein gutes Zeichen.


Als ich sie das nächste Mal treffe, kann ich Sandras eigene Beobachtungen nur bestätigen: Gebräunt von ihren Aktivitäten an der frischen Luft, ist sie fröhlich und voller Tatendrang.

 

Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit

Dörte (Anfang 50)

Dörte ist eine kleine, zierliche Frau mit langen blonden Haaren, die ich beim Spazierengehen mit Hund kennenlerne. Ich arbeite zunächst für ihren Hund und komme dadurch beiläufig mit ihr auch über Persönliches ins Gespräch. Ich merke, dass bei ihr irgendwas nicht stimmig ist: Da ist viel Energie, die unter der Oberfläche brodelt, Kraft, die nicht gespürt wird.


Dörte fasst Vertrauen zu mir und offenbart mir ihr Dilemma. Seit vielen Jahren leidet sie unter einem drückenden Gefühl der Hoffnungs- und Antriebslosigkeit. Sie hat keinerlei Energie und fühlt sich, als würde sie eine Zentnerlast mit sich herumschleppen. Ihr Leben kommt ihr vor wie ein Gefängnis, ohne Handlungsspielräume und die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen.


Zur Lösung dieser Gefühle sind drei Sitzungen notwendig. Nach der ersten Sitzung spürt Dörte kaum eine Veränderung; am Tag nach der zweiten Sitzung dann eine deutliche Erleichterung. Dörte fühlt sich freier und lebensbejahender, sie gönnt sich eine wohltuende Massage, kann entspannen und schläft viel besser und länger.


Am Tag nach der dritten Sitzung erzählt mir Dörte, dass sie eine innere Ruhe und Gelassenheit spürt, wie seit sehr vielen Jahren nicht mehr. Sie fühlt sich geerdet und wird von Problemen nicht mehr aus dem Gleichgewicht gebracht. Auch kann sie ihren Standpunkt viel besser vertreten und für sich und ihre Bedürfnisse und Interessen einstehen.


Ihr Fazit: Obwohl sich an ihrer Lebenssituation äußerlich nichts geändert hat, hat sie nun ein anderes und „freieres“ Leben.


Ich freue mich jedes Mal von Herzen, wenn mir diese „neue Dörte“ beim Spaziergang begegnet. Die Kraft, die zuvor unter der Oberfläche gebrodelt hat, ist nun deutlich zu sehen und zu spüren. Toll!

 

Schlafstörungen infolge nicht verarbeiteter Trauer

Brigitte (Anfang 60)

Brigitte ist eine sympathische mittelgroße, vollschlanke Frau mit dunkelrotem kurzem Haar. Wir kennen uns seit vielen Jahren durch berufliche Berührungspunkte.


Brigitte hatte eine innige Beziehung zu ihrer Mutter, die vor eigen Jahren gestorben ist. Noch heute leidet sie unter diesem Verlust. Brigittes nicht verarbeitete Trauer drängt sich mit voller Wucht in ihr Bewusstsein, als der Verkauf des elterlichen Hauses ansteht, mit dem sie Erinnerungen an ihre behütete Kindheit verbindet.


In dieser Zeit wird sie nachts von düsteren Träumen geplagt, wacht immer wieder auf und kann dann nicht wieder einschlafen. Sie weint viel.


Nach der ersten Sitzung, in der wir von ihrer Mutter geerbte Gefühle wie Trauer, Angst und Sorge lösen, geht es Brigitte viel besser. Sie erzählt mir am Folgetag, dass sie in der Nacht zwar zweimal aufgewacht sei, aber ohne Weinen und Gedankenkino wieder einschlafen konnte. Sie sei insgesamt ruhiger und entspannter und werde nicht mehr von Träumen geplagt.


Als ich Brigitte drei Wochen später wieder treffe, wirkt sie relativ gefasst, obwohl der Verkauf des Elternhauses nun unmittelbar bevorsteht. Ich löse zwei eingeschlossene/nicht verarbeitete Gefühle, und sie strahlt.

 

Depressive Episode

Katja (Anfang 90)

Katja ist eine lebhafte kleine Frau mit glatten, kurzen, grauen Haaren und lebhaften blau-grauen Augen. Ihr Lieblingssatz lautet: „Das Leben ist bunt“.


Ich habe Katja vor knapp zehn Jahren kennengelernt. Damals hatte sie bereits ihre drei Männer zu Grabe getragen: ihren Mann, ihren einzigen Sohn sowie ihren Lebensgefährten – außerdem viele Freunde und Verwandte.


Durch mich ermutigt zieht Katja mit über 80 Jahren in eine Wohnung im Stadtzentrum. Hier hat sie alles „vor der Tür“. Sie nimmt einen Minijob an, den sie mit Bravour meistert. Als ihre Augen immer schwächer werden und sie kaum noch etwas sieht, muss sie aufhören zu arbeiten. Immer mehr altersbedingte körperliche Symptome machen sich bemerkbar. Über diese Entwicklung verliert Katja ihren bis dahin unerschütterlichen Frohsinn. Gedanken über ihre schlimmen Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg und andere negative Erinnerungen nehmen immer mehr Raum ein. Katja fällt in ein Loch. Sie erkennt sich selber nicht mehr wieder.


Wir vereinbaren, dass ich für sie mit dem Emotionscode arbeite. Ich löse ein psychisches Trauma, welches mit dem frühen, unerklärlichen Tod ihres Sohnes zusammenhängt, sowie durch ihre Kriegserlebnisse bedingte Gefühle.


Wenige Tage später erhalte ich diesen wunderbaren Brief:

Foto des handschriftlichen Dankes-Briefen
Ausschnitt aus Katjas Brief

Als wir dann telefonieren, erkenne ich sofort den Unterschied: Katjas Lebensgeister sind wieder erwacht.

 


Meine Arbeit mit Kindern

Kontakt blockiert

Leon (13)

Leon ist ein dunkelgelockter, schlaksiger, hochgewachsener Junge mit einem ernsten, für sein Alter recht erwachsenen Blick. Er ist in sich gekehrt, lässt nicht viel nach draußen dringen, fühlt sich schnell angegriffen und wird dann aggressiv.


Direkt nach der ersten Sitzung, in der ich viele vom Vater geerbte Altlasten (die dieser wiederum von seinem Vater bzw. von seiner Mutter mitbekommen hat) löse, ist noch keine Veränderung spürbar. Am nächsten Tag berichtet seine Mutter, dass Leon anfangs etwas unruhiger, danach aber entspannter und „empathischer“ war und sie, seine Mutter, in einer Stresssituation „beruhigt“ habe.


Am Tag nach der zweiten Sitzung erlebt sie ein anderes Kind: Leon ist zugewandter, „anwesend“, lässt Körperkontakt zu und ist sogar von sich selbst aus „kuschelig“. Der Wow-Nebeneffekt: Durch das Lösen der vom Vater geerbten, eingeschlossenen Gefühle ist auch bei diesem eine Veränderung spürbar. Er kommt besser aus dem Anspannungsmodus heraus und findet zu seinen Gefühlen. Das wiederum wirkt zurück auf die Familie und den Sohn: Der emotionale Kreis schließt sich.


In den folgenden Tagen teste ich regelmäßig, um aufzulösen, was noch hochkommt. Einmal löse ich verschiedene Stressemotionen, die akut durch Mathe-Hausaufgaben ausgelöst worden waren. Inzwischen hat sich Leon merklich stabilisiert. Er regt sich weniger auf und ist insgesamt wesentlich entspannter. Nur manchmal lässt er sich noch aus der Fassung bringen. Aber er schafft es jetzt immer schneller, aus den negativen Emotionen herauszukommen.

 

Fehlende Impulssteuerung

Simon (6)

Simon ist sechs Jahre jung. Ein quirliger, meistens fröhlicher und zugänglicher Junge mit rotblondem Strubbelkopf. Der Kontakt zu mir wird über eine Tante kurz vor Simons Einschulung hergestellt. Ich lerne den Jungen leider nicht persönlich kennen und arbeite aus der Ferne für ihn.


Simon hat ein Regulationsproblem (u. a. fehlende Impulssteuerung) und leidet unter Albträumen. Darüber hinaus ist er ein schwingungsfähiger Junge, der aufgrund seiner Sensibilität viel von anderen Menschen mitbekommt und deren Stimmungen auffängt.


Nach der ersten Sitzung, in der ich elf eingeschlossene Emotionen lösen kann, die mit seinen Ängsten und seinem schlechten Selbstwertgefühl zusammenhängen, ist Simon zunächst unruhiger, später dann ruhiger und entspannter. In der Nacht nach der ersten Sitzung hat er keine Albträume und schläft gut.


Am folgenden Tag folgt ein heftiger Ausbruch. Ich löse Unmut, übertragen von seinem Vater. Danach erfahre ich, dass dieser Ausbruch in zeitlichem Zusammenhang mit einem Streit der Eltern, den der Junge mitbekommen hat, aufgetreten ist. Die Einschulung wenige Tage später verläuft entspannt und reibungslos. Simon schläft wieder gut.


In der nächsten Zeit schafft es Simon bis auf wenige Ausnahmen, sich in brenzligen Situationen selbst zu regulieren. Das hatten sich seine Eltern vor den Sitzungen gar nicht vorstellen können. Ich nehme wahr, dass seine Grundspannung geringer geworden ist und er mehr in sich ruht. Simon ist der gleiche tolle Kerl wie vor den Sitzungen, aber geerdet und meistens Herr seiner Gefühle.

 


Meine Arbeit mit Hund & Halter

Frisst schlecht, ängstlich, depressiv

Hund Sally (11 Monate)

Eva möchte sich einen Terrier zulegen. Er soll gesund und unkompliziert sein – also besser kein Hund aus dem Tierheim. Sie findet eine Züchterin, die gerade Welpen anbietet. Man empfiehlt ihr eine Hündin, die kleiner und zurückhaltender ist als die anderen Welpen des Wurfs. Obwohl sie ein negatives Gefühl hat, entscheidet sich Eva aus Mitleid für die Kleine.


In ihrem neuen Zuhause bleibt Sally zurückhaltend und scheu. Sie liegt sogar nachts – wie zu ihrem Schutz – eng eingerollt in ihrem Körbchen.


Ich lerne Eva auf der Hundewiese kennen. Ich erzähle ihr, dass ich auch mit Tieren arbeite und sie von emotionalen Altlasten befreie. Eva ist spontan interessiert und lässt mich mit Sally arbeiten.


In der Sitzung löse ich bei der kleinen Hündin ein eigenes Gefühl des Überfordertseins, Angst und Entmutigtsein aus ihren ersten Lebenswochen beim Züchter, sowie Depression, geerbt von ihrer Mutter.


Nach der Behandlung ist Sally zunächst sehr müde, danach geht es ihr zunehmend besser. Ab dem nächsten Tag ist sie, so berichtet Eva, ein anderer Hund: sehr entspannt und neugierig und sozial aktiv.


Als ich Sally das nächste Mal treffe, erkenne ich sie zunächst nicht wieder. Mir begegnet kein scheues Tier, sondern eine aufgeweckte und neugierige Junghündin.


Nach mehr als sechs Wochen meldet Eva sich erneut. Ich stocke zunächst, aber sie „strahlt“ durchs Telefon und berichtet, dass sie so glücklich darüber ist zu sehen, wie Sally sich immer weiter positiv entwickelt, ohne Scheu auf andere Hunde zuläuft, mit diesen in Kontakt tritt und unbefangen spielt. Eva wird sogar von anderen HundehalterInnen auf diese Veränderungen angesprochen.

 

Angst vor Fehlverhalten des Hundes

Frauchen Tanja (Mitte 50)

Wenn Tiere sich problematisch verhalten, liegt die Ursache manchmal gar nicht bei ihnen, sondern bei ihrem Halter. Das war auch bei Tanja und ihrem Hund Jack der Fall.


Bei gemeinsamen Spaziergängen kommt es immer wieder zu Situationen, in denen das Tier anderen Hunden gegenüber aggressiv reagiert. In Begleitung seines Hundesitters zeigt Jack jedoch weder im Freilauf noch an der Leine Aggressionen.


Tanja hat irgendwann eingesehen, dass nicht das Tier, sondern sie selbst Auslöser der Probleme ist. Im Gespräch wird klar, dass sie schon nervös wird, wenn sie sich nur vorstellt, mit ihrem Hund jemandem zu begegnen. Diese Anspannung überträgt sich dann sofort auf das Tier.


Auf Anraten ihres Hundesitters ist Tanja schließlich bereit, mich an ihren Gefühlen arbeiten zu lassen. In einer Fernsitzung löse ich drei mit eigener Angst und Unsicherheit zusammenhängende Emotionen.


Wenig später ruft Tanja mich an. Ich erkenne ihre Stimme zunächst nicht, weil sie im Entspannungsmodus eine dunklere Färbung hat. Ihr Hund ist von einem anderen angegriffen worden. Tanja berichtet, sie habe cool reagiert und habe den Hundehalter, der sein Tier verbotenerweise ohne Leine laufen ließ, zur Rede gestellt. Dabei sei sie „so was von tiefenentspannt“ gewesen!

 


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